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09.07.2026

HOWATHERM „Technikwissen aktuell“

Ein Gespräch mit unserem Geschäftsführer Prof. Dr.-Ing. Dr. Christoph Kaup über die aktuelle Hitzewelle. Die wichtigsten Fakten zur Entfeuchtungskälterückgewinnung haben wir für Sie zusammengetragen.

Sommer werden heißer und schwüler. Neben der sensiblen Kühlung rückt daher die Entfeuchtung der Luft als gleichwertiger Baustein moderner Klimatisierung in den Fokus. Eine integrierte Entfeuchtungskälterückgewinnung (EKR) reduziert den dafür nötigen Energieeinsatz deutlich und steigert zugleich Komfort und Betriebssicherheit von RLT‑Anlagen.

Hintergrund

  • Hohe Feuchtelasten: Bei schwül‑heißem Wetter dominiert die latente Last (Feuchtelasten) häufig die Gesamtkälteleistung. Klassische Systeme „bezahlen“ Entfeuchtung mit zusätzlicher Unterkühlung und anschließender Nacherwärmung — energetisch teuer.
  • Prinzip EKR: Ein vorgeschalteter Wärmeübertrager entzieht der Zuluft vor dem Entfeuchtungskühler Wärme und nutzt die so gewonnene Kälte „indirekt“ wieder. Ein nachgeschalteter Wärmeübertrager hebt die Zulufttemperatur nach der Entfeuchtung wieder auf ein behagliches Niveau an, ohne zusätzliche Heizenergie. Ein Teil der latenten Kälteleistung wird damit intern zurückgewonnen.

Der wichtigste Nutzen auf einen Blick

  • Deutlich geringerer Strombedarf für die Entfeuchtung: Ein Teil der erforderlichen latenten Kühlleistung wird über den Rückgewinnungspfad bereitgestellt, der Verdichter läuft kürzer bzw. mit geringerer Leistung.
  • Stabilere Zuluft Bedingungen bei Schwüle: Trockene, behagliche Zuluft ohne Überkühlung erlaubt präzise Feuchteführung und reduziert Kondensations- und Hygienerisiken in Kanälen und Bauteilen.
  • Geringere oder kein Nacherwärmen: Durch die integrierte Wärmerückführung sinkt der Bedarf an aktiver Nachheizung nach der Entfeuchtung — ein direkter Effizienzgewinn.
  • Höhere Anlageneffizienz (EER/SEER): Die saisonale Energieeffizienz steigt, insbesondere im feucht‑warmen Teillastbetrieb, der im Sommerbetrieb überwiegt.
  • Geringere Betriebskosten und CO₂‑Fußabdruck: Reduzierter Strom- und ggf. Heizenergieeinsatz senkt Kosten und Emissionen über die gesamte Kühlperiode.
  • Retrofit‑fähig: EKR lässt sich in vielen Bestandsanlagen mit gekoppelten Wärmeübertragern integrieren und erschließt Effizienzreserven ohne vollständigen Anlagentausch.

Anwendungsfelder

  • Büro- und Bildungsbauten mit hoher Belegungsdichte
  • Gesundheitswesen, Labor- und Pharmaumgebungen mit strenger Feuchteführung
  • Hotellerie, Retail, Gastronomie
  • Museen, Archive und sensible Lagerflächen
  • Feuchte lastige Prozessbereiche in Industrie und Gewerbe

Technischer Kurzüberblick

  • Aufbau: Zwei gekoppelte Luft/Luft‑Wärmeübertrager um einen Entfeuchtungskühler (Vorkühler – Entfeuchtung – Nachwärmer).
  • Wirkung: Vorkühlung senkt Eintrittstemperatur und -feuchte am Kühler; der Nachwärmer hebt die Zuluft nach der Entfeuchtung auf Solltemperatur unter Nutzung der intern verschobenen Kälte/Wärme.
  • Ergebnis: Reduzierte benötigte Verdichter Arbeit für die gleiche Feuchteabsenkung; niedrigere latente Systemlast. Keine zusätzliche Nacherwärmung (Heizung) im Sommer notwendig.

Planer, Betreiber und Energiebeauftragte, die ihre RLT‑Anlagen für feucht‑warme Sommer rüsten wollen, erhalten mit Entfeuchtungskälterückgewinnung einen wirkungsvollen, praxisbewährten Hebel zur Senkung von Lasten, Kosten und Emissionen. Für Bestands- und Neubauprojekte bieten wir Analyse, Auslegung und Wirtschaftlichkeitsbetrachtung an.

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